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Kunst und Coping

Unter dem Forschungsschwerpunkt „Kunst und Coping“ sind Vorhaben und Projekte in klinischen wie auch in außerklinischen Anwendungsfeldern versammelt, die sowohl psychoneuroimmunologische, psychologische und psychotherapeutische, als auch sozial- und medienwissenschaftliche Disziplinen berühren und daher in der Regel interdisziplinär angelegt sind.

Der Forschungsschwerpunkt „Kunst und Coping“ betrifft vor allem die interdisziplinäre Versorgungsforschung und hier im Wesentlichen psychosoziale Aspekte aus dem Bereich von Krankheits- und Stressbewältigung bzw. Coping. In Hinblick auf dieses Thema haben in den letzten Jahren künstlerische Verfahren wie beispielsweise die Kunsttherapie erkennbar an Bedeutung gewonnen und gehören inzwischen zum Leistungsspektrum von ca. 60 Prozent aller rehabilitativen Einrichtungen und ca. 50 Prozent aller Akut- Kliniken in Deutschland[1]. Zur Indikationsstellung kunsttherapeutischer Verfahren führen onkologische oder multimorbide Erkrankungen, Behinderungen, schwere sekundäre psychische Belastungen, Risikofaktoren durch psychosoziale Belastungen und Compliance- Störungen, also Erkrankungen, in denen die Entwicklung von Copingstrategien in der Regel Bestandteil der  therapeutischen Zielstellung ist.

Die Forschungsvorhaben, die im Themenbereich „Kunst und Coping“ bereits durchgeführt oder geplant sind, beschäftigen sich mit der Wirkung künstlerischer Programme auf Stress bei Beschäftigten im Gesundheitswesen, mit psychosozialen Effekten im Zusammenhang mit Krankheitsbewältigung und -verarbeitung  in der Onkologie oder mit der Entwicklung künstlerischer Programme in Bereichen der Präventiven, Rehabilitation  und Inklusion. Einen besonderen Stellenwert hat an der MSH die Beforschung künstlerischer Angebote für Menschen mit Demenz, die infolge ihrer Erkrankung in ihrer Autonomie und ihrem Sozialverhalten eingeschränkt sind. Die mit diesem Themenbereich verbundenen Projekte betreffen unter der Zielsetzung der kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe eine der großen Herausforderungen, die mit der aktuellen demographischen Entwicklung einhergehen. Dafür beispielhaft ist eine laufende vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Studie, die die MSH in Kooperation mit 12 der größten Kunstmuseen Deutschlands realisiert und die die Evaluierung der Kunstvermittlung für Menschen mit Demenz zum Gegenstand hat.


[1] Psychiatrie-Barometer 2011, herausgegeben vom Deutschen KrankenhausInstitut, http://www.dkgev.de/media/file/10971.DKI-PSYCHiatrie_Barometer_2011.pdf (abgerufen am 06.04.2015). S.

Lea Lindmeier
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